Wie geht eine Achsvermessung? Ablauf in der Werkstatt
Achsvermessung kurz erklärt
Die Achsvermessung prüft und korrigiert die Geometrie der Fahrzeugachsen — Spur, Sturz, Nachlauf und Spreizung. Eine korrekte Einstellung reduziert den Reifenverschleiß, verbessert das Fahrverhalten und ist nach Arbeiten am Fahrwerk (Stoßdämpfer, Spurstangen, Federn) zwingend erforderlich. Ablauf mit einem 3D-Achsmessgerät:
Vorkontrolle Reifendruck und Profil prüfen, Fahrwerksteile auf Verschleiß sichten. Defekte Spurstangenköpfe, Traggelenke oder Radlager müssen vor der Messung getauscht werden — sie verfälschen sonst das Ergebnis.
Fahrzeug auf Messstand positionieren Das Fahrzeug fährt auf eine Scherenhebebühne mit Drehtellern an der Vorderachse und Gleitplatten an der Hinterachse. Drehteller und Gleitplatten müssen entriegelt sein, damit sich die Räder während der Messung frei setzen können.
Messköpfe anbringen Schnellradkrallen mit Zielplatten werden selbstzentrierend an den Felgen angebracht. Bei 3D-Systemen wie dem S-F8 oder S-F9 sind die Targets passiv — die eigentliche Messung erfolgt über Kameras am automatisch nachgeführten Kamerabalken.
Felgenschlagkompensation Durch Vor- und Zurückschieben des Fahrzeugs wird ein eventueller Felgenschlag aus der Messung herausgerechnet. Moderne Systeme führen diesen Schritt in wenigen Sekunden durch.
Messwerterfassung Das System erfasst Sturz, Nachlauf, Spreizung, Vor- und Nachspur sowie den maximalen Einschlagwinkel. Die Autodata-Datenbank liefert die Sollwerte für das konkrete Fahrzeugmodell.
Einstellarbeiten Abweichungen werden an den vorgesehenen Verstellpunkten (Spurstangen, Querlenker, Exzenterschrauben) korrigiert. Die Werte aktualisieren sich live am Bildschirm — bei vielen Fahrzeugen mit Unterstützung durch EZ-Toe-Funktionen bei vollem Lenkeinschlag.
Nachkontrolle und Protokoll Abschluss mit einer Messung im eingestellten Zustand. Der Vermessungsbericht mit Vor- und Nachwerten wird ausgedruckt und bleibt als Nachweis in der Fahrzeughistorie.
Ein vollständiger Durchlauf dauert mit einem 3D-System in der Regel rund sechs Minuten. Die Ergebnisse sind reproduzierbar, solange Reifen, Fahrwerk und Messtechnik in einwandfreiem Zustand sind.
