Gelenkspieltests, wie werden sie durchgeführt
Die einzelnen Schritte kurz erklärt
Der Gelenkspieltest prüft den Zustand der Fahrwerks- und Lenkungsgelenke eines Fahrzeugs — Kugelgelenke, Traggelenke, Spurstangenköpfe, Radlager und Lenkungsteile. Er ist Teil der regelmäßigen Wartung und in Österreich gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland ist er Bestandteil der Hauptuntersuchung. Ablauf in der Werkstatt:
Fahrzeug positionieren Das Fahrzeug wird auf eine geeignete Hebebühne gefahren, idealerweise eine Scherenhebebühne mit integrierter Rüttelplatte. Getriebe in Parkstellung (Automatik) oder Leerlauf (Schaltung), Handbremse angezogen, Räder hängen frei.
Sichtprüfung Vor dem eigentlichen Test werden Manschetten, Schutzbälge, Gelenke und Anbauteile optisch auf Rost, Risse, Fettaustritt und offensichtliche Beschädigungen kontrolliert.
Dynamische Prüfung mit Rüttelplatte Die Rüttelplatte erzeugt definierte Querbewegungen unter jedem Rad. Der Prüfer leuchtet gleichzeitig die Fahrwerksgelenke aus und beurteilt, ob unter Belastung Spiel sichtbar wird. Lose Traggelenke, ausgeschlagene Spurstangen oder defekte Radlager werden so zuverlässig erkannt.
Manuelle Prüfung Wo die Rüttelplatte nicht ausreicht oder zur Bestätigung eines Befunds bewegt der Prüfer die Bauteile mit einer Hebelstange und beurteilt das Spiel von Hand.
Lenkungsprüfung Ein Helfer bewegt das Lenkrad, der Prüfer beobachtet die Übertragung auf die Lenkungsteile. Spürbares Leerspiel deutet auf Verschleiß am Lenkgetriebe oder an den Spurstangenköpfen hin.
Dokumentation Befunde werden mit Angabe der betroffenen Bauteile im Prüfprotokoll festgehalten. Der Kunde erhält eine Empfehlung für Reparatur oder Austausch.
Für den Gelenkspieltest werden eine ausreichend tragfähige Hebebühne, eine Rüttelplatte mit passender Steuerung und eine geeignete Ausleuchtung benötigt. Die Y-Scheren-Hebebühnen QJY-J-Y55 und QJY-J-Y65 mit optional integrierter Rüttelplatte sind für diesen Anwendungsfall ausgelegt und für den Einsatz in Österreich zugelassen.
